Astronomie
Nach einem mehr oder weniger unspektakulären Studium der Physik in Bonn und Jülich entschloss ich mich Anfang 1994, den für meinen Geschmack zu wenig spannenden Atomkernen den Rücken zu kehren. Die unendlichen Weiten den Universums zu erforschen, das war doch eine Sache, die Spannung versprach. Dank meiner hervorragenden Betreuer Elly Berkhuijsen und Rainer Beck konnte ich mich schnell in ein ganz neues Gebiet einarbeiten: Das der Magnetfelder in Galaxien.
Eines der schönsten Ergebnisse war dieses Bild vom Magnetfeld der Andromeda-Galaxie M31, mit dem Radioteleskop in Effelsberg beobachtet. Eigentlich waren damals nur Testmessungen vorgesehen, aber in jugendlichem Leichtsinn, beeindruckt von der Effizienz des neuen 6cm-Empfängers und den atmosphärischen Bedingungen einer schönen Sommernacht, entschied ich mich spontan, doch die ganze M31 zu kartieren. Das begründete dann auch meinen ewigen Ruhm als einer der wissenschaftlichen Väter einer Sondermarke des Jahres 2000 ( Meine Briefmarke).
Wissenschaftlich spektakulärer war eine ganz andere Beobachtung, bei der ich eigentlich nur ein wenig bei der Datenauswertung geholfen hatte (Computerarbeit halt). Das Ergebnis war aber sehr überraschend und wurde sogar in "Nature" publiziert: Magnetische Spiralarme in NGC 6946 (Beck, R., Hoernes, P.: Magnetic Spiral Arms in the Galaxy NGC 6946, Nature, 379, 47-49 (1996))
Alles in allem waren das drei gute Jahre in der Astronomie, die ich sehr genossen habe. Auch wenn ich danach der Arbeit in der freien Wirtschaft zugewendet habe, anstatt in der Wissenschaft zu bleiben - die spannende Arbeit am Max-Planck Institut für Radioastronomie werde ich nie vergessen!