Von Igel klein zu Igel groß
(eine Dokumentation Herbst 2002)


Notaufnahmestation für Igelbabies, die allerdings schon selbständig fressen können. Wegen des begrenzten Platzangebotes nur für ein paar Tage (maximal eine Woche) zur Beobachtung und zum "Aufpäppeln" geeignet. Hier erhielten vier Winzlinge von 130 bis 160g, die mir am 14. September gebracht wurden, weil ihre Mutter tot aufgefunden wurde, eine erste Unterkunft (der größte von ihnen ist stellvertretend abgebildet). Nachdem sie sehr gut gefressen und entsprechend zugenommen haben und auch sonst äußerst vital und wehrhaft wirkten, konnte ich sie schon nach fünf Tagen in die Freiheit entlassen. Dafür maßgebend war natürlich auch die frühe Jahreszeit und die milde Witterung.
Etwas besser geeignet zur kurzfristigen Unterbringung ist beispielsweise ein stabiler Karton (wie von einem Monitor). Wichtig ist in allen Fällen ein eigenes Schlafhäuschen, gefüllt mit Heu, Stroh, oder zerknülltem Küchenkrepp, oder zur Not auch mit in Streifen zerrissenem Zeitungspapier.
Hier sehen Sie eine Bildserie von der ersten Aufnahme bis zur Aussetzung in die Freiheit.
Anfang Oktober 2002 erhielt ich drei weitere Igelchen mit einem Gewicht zwischen120 bis 160g. Jedes von ihnen erhielt einen Karton wie unten abgebildet.

Nach einer Woche wogen sie bereits rund 100g mehr (bevorzugtes Futter: Rührei gemischt mit Milupa 7-Kornflocken und Katzenfutter aus der Dose) und erhielten in einem geschützten Freigehege ein neues Zuhause. Auch hier bekam jeder sein eigenes Schlafhäuschen und seine eigene Futterstelle.




Nach weiteren 10 Tagen wogen sie bereits rund 400g und konnten in die Freiheit entlassen werden.
Ein großer Laubhaufen mit Stroh darunter, geschützt zwischen Bäumen und Büschen, bildet eine igelgerechte, natürliche Unterkunft. Als Eingangspforte dient ein umgedrehter Blumenkasten mit ausgeschnittenen Seitenteilen.
Igel sind ausgesprochene Individualisten: einer wollte diesen Eingang partout nicht benützen und hat sich direkt daneben seinen eigenen gebohrt.



In der Natur wären Igel , die Mitte Oktober mindestens 400g wiegen, durchaus in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Um ihnen den Übergang in die Freiheit zu erleichtern, und um sicherzugehen, dass sie für den Winterschlaf genügend Reserven aufbauen, sollten sie regelmäßig zugefüttert werden. Je nach Witterung werden solche Futterstellen meist bis Anfang Dezember frequentiert (mit Begeisterung auch von hausfremden Igeln, gelegentlich auch von Mardern!).

